Geschichtliches

Ein Bericht von Joachim Diedrichs

 

Alles, was Odem hat, lobe den Herrn (Psalm 150)

Musik im katholischen Gottesdienst - Überblick über Wurzeln und Entwicklung - heutige Situation.

Der Gesang und der Gebrauch von Musikinstrumenten im katholischen Gottesdienst geht auf die Praxis des jüdischen Gottesdienstes zurück. Die Texte, die wir heute als "Psalmen" kennen, sind damals in dem Bethaus, der Synagoge, in der Instrumente nicht gebraucht wurden, gesungen worden. Ganz selbstverständlich war dagegen der Gebrauch von verschiedensten Instrumenten im Tempel, um dem dortigen Gottesdienst Pracht und Würde zu verleihen. Wir wissen, dass die Zahl der Tempelmusiker in Jerusalem stets 288 war.

Im jüdischen Synagogengesang liegen die Quellen der einstimmigen Gesänge, die bei der Ausbreitung des Christentums nach Europa hin entstanden (um 200 - 900 n. Chr.) und uns heute noch als Gregorianik (Papst Gregor der Große ließ die um 600 vorhandenen liturgischen Gesänge sammeln und ordnen) bekannt sind. Diese "Gregorianik" ist eine Musik, die sich nur im christlichen Gottesdienst entwickelt hat und unmittelbar aus seiner Liturgie hervorgeht.

Zu den im einstimmigen Gesang vorhandenen Elementen Melodie und Rhythmus tritt ab 600 die Harmonie hinzu. Zunächst in Gestalt einfacher, lang ausgehaltener "Nebennoten" - ein Faktum, das sich in keiner anderen Musikkultur ereignet hat und in der Entwicklung der Mehrstimmigkeit zum sog. "musikalischen Kunstwerk", also einem aufgeschriebenen, reproduzierbaren Miteinander verschiedener Stimmen führte.

Nach 900 entwickelt sich die Kompositionstechnik der Mehrstimmigkeit sehr schnell. Die ursprünglich einfachen "Nebennoten" werden verselbständigt zu eigenen Melodien, den so genannten Kontrapunkten. Diese Entwicklung erreicht im 16. Jahrhundert ihren Höhepunkt in den Messen und Motetten von Lasso, Palestrina, Schütz u. a..

Um 900 gelangen durch Zufall die ersten Orgeln in Kirchen - Instrumente, die zwar als Urahnen unserer heutigen Orgeln anzusehen sind, aber für unsere Ohren rauh und brutal geklungen haben dürften.

Immerhin müssen zunächst Mönche, dann wohl auch die Gemeinden Gefallen daran gefunden haben. Anders ist die Entwicklung und Verfeinerung, überhaupt die Beibehaltung dieser Instrumente im Gottesdienst, nicht zu verstehen. Andere Instrumente wirken stets in der Gottesdienst-Musik mit, ohne dass für sie zunächst speziell komponiert wurde - sie spielten eine der Gesangsstimmen eines Chorwerkes mit.

Erst ab 1600 erhalten die Instrumente ein "Eigenleben", dass heißt, es entwickelt sich eine Kompositionsweise, die den unterschiedlichen Möglichkeiten einzelner Instrumente gerecht wird.

Die Orgelmusik erreicht im Barock (ca. 1600-1730) einen ersten Höhepunkt in der Abklärung der Formen Chaconne, Ricercare, Passacaglia, Toccata, Praeludium u. Fuge. Im Chorwesen sind Kantaten und Oratorien nun die beherrschenden Formen, die Vertonung des Messordinariums ist nicht mehr so häufig wie in der Renaissance. 

Um 1200 beginnt die Entwicklung des deutschen Kirchenliedes, das zunächst nicht in der Messe (der Gesang wie auch die Sprache der römischen Liturgie war dort stets Latein) sondern in Andachten und bei Prozessionen gesungen wird.

Durch die Reformation wird zunächst in der evangelischen Kirche und durch die Gegenreformation auch in der kath. Kirche das Kirchenlied sehr stark gefördert - ein Vorgang, den es im nicht-deutsch-sprachigen Bereich (z. B. Spanien, Frankreich, England) nicht gegeben hat - daher kennen diese Länder auch keine traditionellen Kirchenlieder in unserem Sinne.

Vollzieht sich die progressive Entwicklung der Musik bis zum Barock vornehmlich innerhalb der Kirchenmusik, geschieht die Entwicklung etwa ab 1700 hauptsächlich in der weltlichen Musik. Die sich dort entwickelnden Geistesströmungen und verschiedenen Kunstrichtungen wirken sich jeweils auf die Kirchenmusik aus - das musikalisch "Neue" ereignet sich jedoch zunächst in der Oper, der Symphonie und der Sonate - die dort gewonnenen Stil-Umbildungen gelangen mit einer gewissen „Verspätung" in die Kirchenmusik.

Im 19. Jahrhundert kommt eine folgenschwere Erweiterung in die Musikausübung: Die Wiederentdeckung und Aufführung alter Musik. In den Jahrhunderten davor spielte man weitgehend ohne Geschichtsbewusstsein „zeitgenössische" Musik - bestenfalls 50 bis 70 Jahre ältere Musik wurde an wenigen Orten gelegentlich praktiziert. Das 19. Jahrhundert legt mit seinem Forschungsdrang nach und nach immer mehr alte Quellen und Archive offen und entwirft den Begriff „musikalisches Kunstwerk" für Musik, die einstmals auf der Höhe ihrer Zeit über andere gleichzeitige Werke überzeitlich hinausragt und in Archiven und anderen Einlagerungsstätten wieder zu entdecken ist. Eine Fülle von Neuausgaben (Bach, Buxtehude, Lasso, Palestrina, Gregoranischer Choral) werden grundlegend begonnen.

Eine andere, für die weitere Musik entscheidende Entwicklung, findet ebenfalls im 19. Jahrhundert statt. Die Trennung der Stilmittel in der sog. U-Musik und E-Musik (Unterhaltende und Ernste Musik, die Terminologie stammt aus unserem Jahrhundert und ist nicht ganz treffend - wie in der Geschichte überhaupt jede kästchenartige Einordnung niemals ganz richtig sein kann). Jedenfalls ist die Stilwelt der Volkslieder, der politischen Lieder und des Schlagers oder auch der Salonmusik am Ende des 19. Jahrhunderts wesentlich anders als die der Symphonik oder Opern- aber auch Kirchenmusik-Komposition.

Der hier beginnende Pluralismus der Stile wird im 20. Jahrhundert noch größer: Spätromantische Symphonik - seichte Salonmusik - Zwölftonmusik - Neoklassizismus - Jazz - Rock - Pop - Avantgarde - alle diese Strömungen und noch mehr existieren nebeneinander, können sich befruchtend anregen oder die Geister scheiden - alle diese Bereiche finden sich auch in der Kirchenmusik unseres Jahrhunderts wieder, in der nun auch wieder die „neuste Musik" (durch Komponisten wie Strawinski, Messiaen, Langlais, Penderecki) Einzug hält. Das Problem der sogenannten E-Musik in der Kirchenmusik heute liegt in der immer schwereren Ausführbarkeit dieser Werke. Ein Problem, dem sich nur eine Minderheit der Musikausübenden stellt. Erreichen diese Werke doch einerseits nur einen kleinen Teil der Gemeinde (wie auch zeitgenössische bildende Kunst), so sprechen auf der anderen Seite aber auch die in ihren musikalischen Anforderungen wesentlich einfacheren alten Kirchenlieder mit ihren Texten und ihrer Melodik nur einen gewissen Teil unserer heutigen Kirchgänger an - ebenso wie die „Neuen Geistlichen Lieder" im Gewand der Pop-Musik - ein Spannungsfeld, in dem sich die Kirchenmusik heute befindet. Aufgabe des verantwortlichen Kirchenmusikers ist es, alles zu prüfen und das Beste für den Gottesdienst zu behalten. (Das hört sich einfach an - doch wer gibt hierfür Kriterien? Fehlurteile sind durchaus menschlich und möglich - auch die Maxime, dass das Beste für den Gottesdienst gerade gut genug ist, lässt sich nur schwer und nur bei Mithilfe aller Gemeindemitglieder durchhalten). So steht neben der immer wieder anzustrebenden Einbeziehung „moderner" (nicht nur „modischer") Musik die Aufführung hervorragender Werke aus dem großen Schatz der vergangenen Jahrhunderte (der uns durch die vielen Neuausgaben noch nie so offen gestanden hat wie jetzt) und die Praxis der sog. „Gebrauchsmusik" . Eine Kirchenmusik, die nur die Historie pflegt, wird zum (wenn auch vielleicht schönen) Museum - eine Kirchenmusik, die nur Avantgarde bietet, wird nicht verstanden und verhungert im Elfenbeinturm - eine Kirchenmusik, die nur" Gebrauchsmusik" (alte und neue) pflegt, verharrt in geisttötender Mittelmäßigkeit. Eine gute Kirchenmusik ist allzeit Lob Gottes als Antwort auf sein Heilswirken - alles was wir können, können wir durch ihn - und gleichzeitig Auferbauung aber auch Anregung und Anstoß (auch mal „Stein des Anstoßes") für die Gemeinde. In dieser Hinsicht ist der Kirchenmusiker auf das Mitwirken der Gemeinde, auf Anregungen und konstruktiver Kritik aus ihr, angewiesen und dankbar dafür.

- Die Kirchenmusik in St. Bonifatius seit 1836 –

Da Quellen, die speziell das kirchenmusikalische Leben in den ersten Jahren der St. Bonifatius-Kirche schildern, rar sind, wird zum Teil die Situation für die gesamte Region Emsland geschildert. Man darf davon ausgehen, dass die Situation in unserer Gemeinde sich davon nicht gravierend unterscheidet.

Bereits im Jahre 1836, wenige Monate nach der Einweihung der St. Bonifatius-Kirche, steht dort eine Orgel. Bedenkt man, dass damals von der Planung bis zur Fertigstellung eines solchen Instrumentes ca. fünf bis sieben Jahre nötig waren, so kann man davon ausgehen, dass die St. Bonifatiusgemeinde bei ihrem Kirchenbau von vornherein die Orgel mitgeplant hat - obwohl die Kirche unter großen finanziellen Opfern noch ohne Chorapsis und ohne Turm gebaut wurde.

Welche Aufgaben hatte nun die Orgel im katholischen Gottesdienst um 1830?

Um 1830 hält sich teilweise der gregorianische Choral als Volksgesang, der mancherorts mit Orgelbegleitung und mancherorts „Alternatim"  ausgeführt wird (d. h., dass Gemeinde und Orgel sich abwechseln; spielt die Orgel einen Vers des betreffenden Gesanges, so wird dazu der Text leise rezitiert, um dessen Vollständigkeit nicht anzutasten).

In einigen Orten, so auch in Lingen, bitten die Geistlichen den Bischof, die gregorianischen Gesänge durch deutsche Gesänge aus "Deutgens Gesangbuch" ersetzen zu dürfen. Erzpriester Homann in Lingen bittet am 10. 03. 1836 um Abschaffung der gregorianischen Gesänge im Hochamt, die von einigen Bürgern der Stadt, die der lateinischen Sprache unkundig sind, in einer Weise gesungen werden, „dass sie keineswegs die Christen zur Andacht stimmen können". Die Gesänge aus Deutgens Gesangbuch, die bereits teilweise in Lingen im Hochamt gesungen werden, sind im Fürstentum Osnabrück als Ersatz der Gregorianik an Sonn- und Feiertagen gestattet. Neben der Begleitung des Gemeindegesanges fällt der Orgel auch die Begleitung des Priestergesanges zu; eine Praxis, die sich bis um 1900 weitgehend gehalten hat; auch während der Wandlung ist leises Orgelspiel vielerorts üblich.

Da es kaum ausgebildete Organisten gibt (die Klagen der Gemeinden und Geistlichen sind zahlreich), ist das freie, nicht liedgebundene Orgelspiel den damaligen Zeugnissen nach zumeist schlecht und ohne Tradition. (Der Werlter Organist beispielsweise spiele" Biergelagslieder, ein Menuett oder ein gar lustig Concert, wie jetzt beständiglich überall und so auch hier im Amte geschieht".)

Es ist verständlich, dass diese Art, Orgel zu spielen, die sich übrigens auch auf Orgelabnahmen und -konzerte erstreckt, von den Geistlichen nicht gerne gesehen wird. Ein Konzert des Osnabrücker Marienorganisten Veltmann an der neuen St. Bonifatius - Orgel wird denn auch 1836 dort nicht zugelassen, da "Concerte dem Zwecke der Kirchen nicht angemessen seien", wie Weihbischof Karl Anton Lüpke an Erzpriester Homann in Lingen schreibt.

Eine Qualitätssteigerung des Orgelspiels und auch des Chorgesanges tritt zumeist erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Aufkommen des Lehrer-Organisten ein (d. h., dass der erste Lehrer die Orgel und der zweite den Chorgesang zu versorgen hat).

In diese Zeit fallen auch die meisten Gründungen kirchlicher Chöre oder Gesangvereine im Kreise Lingen. Diese werden zuerst als Männerchöre gegründet und meistens in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in gemischte Chöre umgewandelt.

Die Listen der für die Kirchenmusik zuständigen Herren lässt sich bis auf eine Lücke durch das 19. Jahrhundert zurückverfolgen:

Organist

Chordirigent

Balgtreter („Kalkant")

1825 - 1844     Herrmann Schlamann

 

?

1827 - 1846     Lamberts

1845 - 1854?   Evers, gest. 1870

 

 

1846 - 1889     Grube

 

1854 - 1889    wird der Organist nicht namentlich in

                       den Kirchenrechnungen genannt

 

1867 - 1898       Lehrer Bäumer

 

1889 - 1900     Schulte

 

1889-1923      Lehrer Hohnebrink

 

1898 - 1900       Vikar Rechtien

 

 

 

1900 - 1903       Herr Hanewinkel

 

1900 – 1916    Herr u. Frau Claaßen

                        danach Einbau

                        eines elektrischen

                        Gebläses in die Orgel

 

                      Herr Lüke

 

 

 

 

1903 - 1904       Vikar Möscher

 

 

1905 – 1923      Lehrer Heuking

 

1923 – 1954   Musikdirektor Franz Kayser

1923 – 1954      Musikdirektor
                          Franz Kayser

 

 

1954 – 1980   Kirchenmusikdirektor Eberhard Bonitz

1954 – 1980      Kirchenmusikdirektor
                          Eberhard Bonitz

 

 

Zeugnisse oder Nachrichten über den Chorgesang in St. Bonifatius sind selten, aus einigen Notizen wird aber klar, dass es einen Chor (bestehend aus Jungen und Männern) bereits im frühen 17. Jahrhundert gegeben hat. An Hochfesten wurde mit Sängern und Instrumentalisten musiziert. Der Pfarr- Caecilienverein wird 1867 freiwillig durch Lehrer Bäumer auf Bestreben von Dechant Diepenbrock gegründet und besteht bald aus 20 Jungen- und 20 Männerstimmen, die, damaligen Urteilen nach, sehr schön singen können.

1898 legt Lehrer Bäumer wegen eines Streites mit Vikar Rechtien sein Dirigentenamt nieder. (Der Vikar singe seine Akklamationen auf so hohem Ton, dass der Chor nicht antworten könne.). Der Briefwechsel über diesen Streit liegt sogar gedruckt vor.

Nach einigen Wirren übernimmt Lehrer Heuking von 1905 bis 1923 die Leitung des Chores, der in einen reinen Männerchor umgewandelt wird. 1923 übernimmt Franz Kayser, vielen älteren Mitbürgern noch in guter Erinnerung, bis zum Jahr 1954 den Chor, der während dieser Zeit wieder zum gemischten Chor umgebildet wird, die Stimmen Sopran und Alt sind nun nicht mehr durch Knaben- sondern durch Damenstimmen vertreten.

1954, nach dem Tode von Franz Kayser, gelingt es Herrn Prälat Vosse, die Kirchenmusikerstelle durch Herrn Bonitz mit einem akademisch ausgebildeten Kantor zu besetzen, der einerseits die musikalischen Aufgaben in der Gemeinde und andererseits Ausbildungsaufgaben im ganzen Emsland wahrzunehmen hat. Standen auf den Chor- und Orgelprogramm vordem oft zeitgebundene Kleinmeister, so erschließt KMD Eberhard Bonitz auf der Orgel die Welt eines J. S. Bach und macht die Gemeinde durch seine hervorragende Orgelimprovisation und seine Chorarbeit auch mit der Musik des 20. Jahrhunderts bekannt - eine wichtige Aufgabe, die aber in der Gemeinde nicht nur Zustimmung findet.

Diese Arbeit, die auch die Tradition von Orgelkonzerten und geistlichen Abendmusiken gründete, fortzusetzen, ist dem Verfasser innerstes Anliegen.

Durch gute Verständigung mit den ortsansässigen Musikern ist eine Einbeziehung von Instrumentalisten möglich, so dass der Gottesdienst an Hochfesten heute mit Werken für Chor und Orchester gefeiert werden kann. Neben den Werken des Barocks und der Moderne stehen auf den Orgelprogrammen nun auch die Werke der erst in den letzten zehn Jahren wieder lieb gewonnenen Großmeister des 19. Jahrhunderts. Ziel der Kirchenmusik soll es immer sein, die feiernde Gemeinde dem Alltag zu entheben und ein Fest mitzugestalten, das nicht nur den Verstand, sondern auch die Herzen zu Gott erhebt. Für diese Aufgabe ist der Kirchenmusiker auf dienstbereite Mitarbeiter aus der Gemeinde angewiesen. Gebe Gott, dass diese auch in den nächsten Jahrzehnten, allem „Zeitungeist" zum Trotz, ihren schönen Dienst erfüllen können.

Ausblick

Der Chor St. Bonifatius, der auch heute noch gerne neue Sängerinnen und Sänger aufnimmt und sich großer Resonanz aus der Gemeinde erfreut, hat in den vergangenen Jahren, neben dem vorrangigen Singen im Gottesdienst, viele große Werke der Chor-Orchesterliteratur aufgeführt: Joh. - Seb. Bach: Weihnachtsoratorium, H-Moll-Messe, Matthäuspassion, Johannespassion, div. Kantaten; Joh. Brahms: Ein deutsches Requiem; G. -F. Händel: Messias; F. Mendelssohn Bartholdy: Elias; W. - A. Mozart: Requiem und etliche Missae brevis sowie viele andere kleinere Werke diverser Komponisten mehr.

Ein neuer Jugendchor ist zurzeit im Aufbau.

Der Kinderchor probt leichte, kindgemäße (nicht kindische) Gesänge zur Heiligen Messe - mit und ohne Instrumentalbegleitung, überwiegend im Bereich der neuen geistlichen Lieder. Er besteht zurzeit aus den Gruppen Mädchen (8 bis11), Jungen (8 bis 11) und größere Mädchen (12 bis 14).

Durch großzügige Spenden ist auch der drei-manualige Ausbau der schönen St. Bonifatius-Orgel, den schon Herr Bonitz anstrebte, möglich geworden. So wurde bereits im Jahr 1986 das Pedalwerk um vier fundamentale Register erweitert, und die baulichen Voraussetzungen im Orgelgehäuse für den Einbau eines großen Schwellwerkes als drittem Manual geschaffen. 1995 erfolgte nach dem Abschluss der Kirchenrenovierung die Erweiterung der Orgel zu einem großen drei-manualigen Werk mit 56 klingenden Registern. 2005 erfolgte, ermöglicht durch eine zweckgebundene Spende des ehemaligen Pfarrers Hermann Darpel und vieler weiterer Einzelspenden, die letzte Erweiterung um drei Hochdruckregister. Die St. Bonifatiusorgel Orgelmusik von Bach  bis in die heutige Zeit. Gleichzeitig ermöglichen der frei aufgestellte Spieltisch und die vielen Klangdifferenzierungen im Bereich der Grundregister eine optimale Chor- und Gemeindebegleitung sowie Chorleitung und –Begleitung durch einen Musiker vom Spieltisch der Orgel aus.

 

Die Orgel der St. Bonifatiuskirche

Die Orgel der St. Bonifatiuskirche wurde 1836 vom Orgelbauer Brinkmann aus Herford mit 23 Registern auf zwei Manualen und Pedal erbaut. Von diesem Instrument existieren heute noch das klassizistische Gehäuse sowie das Register „Gedackt 16´“. Bereits 1885 erfolgte ein fast vollständiger Neubau des Innenlebens durch Orgelbauer Fleiter aus Münster mit 27 Registern auf zwei Manualen und Pedal.

1910 und 1950 zwei kleine Änderungen, 1972 / 73 fast vollständiger Neubau unter Beibehaltung einiger Register von Fleiter durch Orgelbauanstalt Gebrüder Stockmann, Werl.

1986 Einbau von drei fundamentalen Pedalregistern durch Orgelbau Fischer & Krämer, Endingen a.K..

1995 Umbau und Erweiterung unter Beibehaltung alles Solidem zu einem symphonischen Instrument auf drei Manualen und Pedal mit mechanischer  und teilelektrischer Spieltraktur sowie elektrischer, über einen elektronischen Setzer steuerbarer Registertraktur durch die Firma Fischer & Krämer, Endingen a.K..

2005 Erweiterung um drei Soloregister auf einer Windlade mit hohem Winddruck durch die gleiche Firma.

Die Disposition

 

Quellen:

1. Pfarrarchiv St. Bonifatius

2. Windfried Schlepphorst, Der Orgelbau im westlichen Niedersachsen, 

3. Hugo Riemann, Musiklexikon

4. Aufsätze aus "Musica Sacra"